Sardinien mit Kindern | Strände, Ausflüge und mehr für den wilden Westen

Sardinien – Perle des Mittelmeers. Schon seit jeher sagt man, hier gäbe es die schönsten Strände Italiens. Seit vielen Jahren sind die Preise in den meisten Regionen der Insel extrem gestiegen. Kleine seichte Buchten, umrahmt von Felsen, mit glasklarem türkisem Wasser. Pinienhaine, durchdrungen vom Zirpen unzähliger Grillen. Kulturgüter, wie für Italien angemessen. Gutes sardisches Essen. In der Hochsaison ist Sardinien genauso überlaufen wie der Rest des Mittelmeerraumes. Doch ein paar Regionen sind dem Massentourismus ein wenig entkommen. Wir haben uns für Sardiniens Westen entschieden, eine Region weniger „fototauglich“, mehr ursprünglich und unkonventionell. Keine kleinen Buchten sondern lange Strände mit seichten Dünen. Ein wenig rauer Wind und dünner besiedelt. Ich fühlte mich sofort zurück versetzt in das Sardinien meiner Kindheit und pudelwohl. Das liegt allerdings sicher auch daran, dass ich es im Urlaub sowieso gerne einsam und anders habe. Wer richtig was erleben möchte, dem empfehle ich eher die Nord- und Ostküste.

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Anreise nach Sardinien

Wir sind von Hamburg nach Olbia geflogen. Die Flugpläne variieren allerdings von Jahr zu Jahr und Saison zu Saison. Es gab Anfang September nur einen Direktflug am Sonntag morgen um 07:00 Uhr. Eine ganz schöne Herausforderung mit drei kleinen Kindern. Unabhängig vom frühen Aufstehen bekamen wir aber das erste Mal die „Schwierigkeiten“ vom Reisen mit drei Kindern zu spüren. Wir brauchten ein Taxi um 04:30 inklusive zweier Kindersitze und einer Babyschale. Das war völlig aussichtslos. In ganz Hamburg gab es kein Taxiunternehmen, das bereit oder fähig war, diesem Wunsch zu entsprechen. Nach vielen Tagen telefonieren fand ich ein kleines Taxiunternehmen, das genau einen Fahrer hatte, der dies anbot. Allerdings saßen die Kinder ohne Kindersitze – immerhin hatte er eine Babyschale. (Für alle Hamburger: HIER geht’s zum Taxiunternehmen.)

Die Wartezeit am Flughafen haben wir den Kindern mit einer pädagogisch aussichtslosen Zeitschrift versüßt. Diese kleine Ausnahme erleichterte uns den Urlaub sehr, denn die Kinder beschäftigten sich mit ihren Schätzen die ganzen zwei Wochen immer wieder.
Der Flug war erstaunlich unkompliziert. Trotz Müdigkeit überwog die Aufregung und Vorfreude. Dicke kam es erst bei Ankunft in Olbia. Die Schlange am Europcar-Stand war schier endlos und so musste ich mit den Kindern in der schon recht warmen Sonne auf dem Gehsteig warten, während mein Mann sich anstellte. Da kam dann doch die Müdigkeit durch. Das Tablet hatte allerdings noch Strom und so half mir Yakari das zu überstehen. Endlich den Autoschlüssel in der Hand wurde schnell klar, dass sowohl die Kindersitze für die Großen als auch die Babybschale eher unkonventionell und italo-style waren. Nämlich eigentlich nicht vorhanden. Die Babyschale war alt und viel zu groß. Die Kindersitze schlechte kleine Sitzerhöhungen. Aber was soll’s! Leichtigkeit hatte ich mir vorgenommen. In Italien läuft öfter mal alles anders als erwartet. Tut uns Deutschen manchmal ganz gut…

Etwas, das mich wirklich an den Rand der Verzweiflung brachte folgte dann. Ich war gänzlich uninformiert über das Straßensystem auf der Insel. Es gibt einfach keine Autobahn auf Sardinien. Zudem ist die Insel sehr bergig. Also fährt man um die Berge herum und über sie rüber und braucht so für alle Strecken mindestens doppelt so lang wie gedacht. Wir haben uns heillos in Sardiniens Serpentinen verfahren und mühten uns müde und mühsam über die staubigen Sandstraßen. Sicherlich gibt es auch ordentlich ausgebaute Asphaltstraßen. Lange geradeaus geht’s aber nicht. Man kann sich wunderbar damit arrangieren. Nur wissen muss man es vorher.

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Dafür gab es unendlich viel zu entdecken. Unsere unfreiwillig lange Anreise auf der Insel bescherte uns die schönsten Ausblicke auf die wunderbare Landschaft und ermöglichte ein paar neue spannende Bekanntschaften am Wegesrand.

 

Unterkunft

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Nein, es gibt hier keine Bilder von unserem Häuschen. Es war kein Traum aus Backstein mit Korbmöbeln auf der Terrasse und Blick in die Weite. Wir waren in einer an sich praktischen Ferienanlage gelandet, in der jedes Haus individuell vergeben ist und vermietet wird. Unser Vermieter hatte sich eher für den typischen hochsommerlich italienischen Stil entschieden: Die Möbel von vor 40 Jahren tun es noch. Mehr als ein Set Besteck für jeden braucht man nicht. Töpfe in unterschiedlichen Größen sind überbewertet. Eine Kochzeile, hinter der ein halber Mensch stehen kann darf auch als Küche bezeichnet werden. Dass die Klobrille beim Gebrauch fast vom Klo rutscht ist Auslegungssache.

Die erste Enttäuschung wich schnell dem Sarkasmus und wir arrangierten uns. Ich war schon so oft in Italien und die Sommerresidenzen leben oft auch von dieser Einfachheit. Denn tatsächlich spielt sich das ganze Leben ja draußen ab. Mit drei Kindern und so einem kleinen Baby hätte ich mir dennoch ein wenig mehr Komfort gewünscht. Ich bin schon viel sehr einfach gereist. Ich brauche keinen Luxus, aber ein gewissen Komfort, besonders mit kleinen Kindern. Egal. Es war trotzdem unvergessen.

Die Anlage Baia delle Mimose besteht aus vielen kleinen rot-orangen Häuschen und liegt in der Nähe von Valledoria. Ich kann sie Euch trotz unserer Erfahrung mit dem Haus dennoch sehr empfehlen. Wir waren in der Nachsaison fast allein und Ende der zweiten Woche schlossen auch Pool, Rezeption und Geschäft. In der Hochsaison brodelt hier aber ganz sicher das Leben und man kann besonders mit Kindern neue Bekanntschaften machen. In der Anlage befindet sich auch ein Hotel. Ich bin allerdings eher der Selbstversorger-Typ. Man kann die Unterkünfte direkt über die Anlage buchen. Viele der Appartments gehören auch Privatpersonen. Wir haben über Booking.com gebucht. Dort ist unser Appartment aber nicht mehr verfügbar.

Die Anlage liegt tatsächlich direkt am Meer. Um dorthin zu gelangen muss man lediglich die Straßen und Wege der Anlage überqueren. Es gibt einen kleinen Kiosk für das Nötigste, eine Apotheke (Öffnungszeiten beachten!) und eine öffentliche Waschmaschine (die in der Hochsaison allerdings völlig überlaufen sein dürfte). Auf dem Gelände befinden sich zwei Restaurants und ein großer Pool mit Wassersport-Dimensionen. Der kleinere Pool ist für Hotelgäste und nur mit Ausnahmegenehmigung für andere nutzbar. In der Hochsaison gibt es am Pool auch Animations- und Abendprogramm. Am Strand befindet sich ein kleiner Kiosk für Eis, Getränke und Süßes. Man kann sich dort also gut aufhalten. Der nächste große Supermarkt liegt nur fünf Autominuten entfernt in Badesi.
Solltet Ihr auf (schnelles) Internet angewiesen sein, seid Ihr hier schlecht bedient. Es gibt im Hotel einen kostenlosen WLAN-Zugang, doch viel erreichen kann man bei der Geschwindigkeit nicht. Ein Instagrambild mit Text hat mich an schlechten Tagen mindestens eine halbe Stunde Upload gekostet. Allerdings tat mir diese Abstinenz gar nicht schlecht. Tag für Tag gewöhnt man sich daran und erinnert sich an die alten Zeiten, in denen es im Ausland nicht mal Telefonnetz fürs Handy gab.

Strand und Wasserqualität

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Auch zum Strand und Wasser kann ich nur sagen: alles Geschmackssache. Wir ganz persönlich hegen eine heftige Abneigung gegen das Sardinentum im Sinne vieler nackter Körper, die sich in der Saison Rücken an Rücken an den meisten italienischen Stränden aalen. Wir suchen immer ein wenig die abgelegenen Plätze mit ein bisschen Einsamkeit. Da werdet Ihr hier in Sardiniens Westen definitiv fündig. Der Strand bei Baia delle Mimose war breit und feinsandig, aber kaum besucht. Klar, war ja auch Nachsaison. Doch uns wurde berichtet, dass man hier auch in der Hochsaison noch genug Platz hat, damit der Nachbar einem nicht auf das Handtuch kriecht. Hier, an der Westküste, geht oft ein angenehm kühles Lüftchen. Ende September war das manchmal schon eher ein Windchen. Kalt war uns deshalb aber nicht. Das Wasser hatte ein grandiose Qualität, war sauber und türkis. An ruhigen Tagen konnten die Kinder allein ins Wasser gehen und Plantschen. Mit den Taucherbrillen haben wir große Muscheln und riesige Fischschwärme gesichtet. An anderen Tagen allerdings hatte man ein wenig Atlantik-Feeling und die Wellen brausten mit lautem Getöse an Land. Sicher war auch das dem Herbst geschuldet. Die Abwechslung allerdings hat uns fasziniert und gezeigt, wie vielfältig diese Gegend ist.

Sardiniens Westen – Ursprünglich und echt

Lange Zeit galt Sardinien als arm und rückständig. Und bis heute sucht man vergebens die pompöse, kuturgeladene Dichte, wie man sie oft auf dem Festland antrifft. Abgesehen von der Costa Smeralda und ein paar wenigen anderen Orten, an denen sich der Jetset trifft, konnten die Sarden die Ursprünglichkeit ihrer Insel bewahren. Wenig aufgemotzt, oft ganz einfach und meistens langsam und ohne Hektik zeigt sich diese altehrwürdige Urlaubsinsel. Zerklüftete Felsen, viele Lagunen und Naturschutzgebiete. In unserer Gegend kein einziger Ort zum Shoppen oder eine Promenade zum Flanieren. Dafür Alltagsitaliener, die ihre Existenz verteidigen, einfache Tavernen mit sardinischen Gerichten, viele kaputte Straßen und Bauern mit eigener winziger Käserei.

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Es gibt hier keine großen Kathedralen, nur kleine Kirchen. Keine schiefen Türme, nur verfallene, 1000 Jahre alte Nuraghen. Keine chicen Shops, nur alte Handelsstädtchen. Keine kleinen Buchten, nur befreiende Weite. Wer das ursprüngliche Sardinien sucht und Lust auf ein paar Ausflüge und Erkundungen hat, dem kann ich Sardiniens Westen sehr empfehlen.

Ausflüge auf Sardinien

Wir können uns einfach nicht nur zwei Wochen am Strand oder Pool braten. Wir müssen los und sehen. Die Kultur des Landes zu erleben, mag sie unserer nun nah oder fern sein, ist unser eigentliches Urlaubsfeeling. Wir hatten uns nichts vorgenommen. Was viel – besonders für mich – ist. Denn ich bin rastlos und muss aus allem das Meiste rausholen. Doch wir wollten uns nicht unter Druck setzen. Der Jüngste war immerhin gerade sechs Monate alt. Mit Baby in der Sonne ist nicht immer einfach. Keine Pläne also. Und doch zog es uns regelmäßig auch in diesem Urlaub in die Städtchen und zu den Sehenswürdigkeiten.

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Castelsardo

Die beeindruckende Festungsanlage mit Meerblick beherrscht den Ort Castelsardo, der malerisch auf einem großen Felsen liegt. Bei gutem Wetter kann man von hier bis Korsika sehen, was die Wahl dieses Ortes für die Burg erklärt. Kleine Gässchen winden sich den Berg hinauf und spenden Schatten. Knatternd düsen die dreirädrigen Apes durch die für Autos viel zu engen Sträßchen. Es riecht nach Mamas Mittagessen. Der Aufstieg ist für die Kinder etwas mühsam, aber oben in der Festung angekommen, werden sie mit einem dicken Eis belohnt. Hier lässt es sich aushalten. Überall findet man ein Schlupfloch und erhascht einen Blick in die Weite. In einem kleinen Museum kann man erkunden, wie das Leben und die Kämpfe hier früher so stattfanden.

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Kein Ausflug in Italiens Städte ohne den Abend auf der Piazza zu verbringen. Dann erst beginnt für mich das echte Leben. Ohne die vielen Touristen, oft mit Musik, immer mit gutem Esssen. Obwohl das Restaurant an diesem Abend eine Touri-Kaschemme war. Ha! Doch wir hatten es tatsächlich nur nach seiner Lage auf dem kleinen Platz im unteren Ortskern ausgesucht. Es dauerte ungefähr fünf Minuten bis die Kinder neue Freunde hatten und erstaunliche Kräfte mobilisierten, um die Piazza rennend unsicher zu machen. Wie ich es liebe, Menschen zu beobachten. Die alten Herren, die sich zu immer gleicher Stunde auf dem Platz versammeln – selbstverständlich trotz Wärme immer mit langer Hose und stets anständig gekleidet. Die (offensichtlich) zugehörigen Damen flanieren schnatternd über den Platz. Die Jugendlichen hängen lässig auf den Mopeds und die Kinder machen ihr eigenes Ding, genießen Freiheit. Da wird mir oft bewusst, wie eng und ernst es bei uns manchmal zugeht und wie froh die südeuropäische Lebensweise sein kann.

 

Sassari

Sassari werde ich nicht vergessen. Nicht aufgrund einmaliger Fresken. Nicht wegen unvergessener Schönheit. Sondern wegen Flair. Wir haben die meisten Sehenswürdigkeiten nicht gesehen. Dafür Menschen. Wir sind einfach gebummelt und landeten gleich auf einer großen Piazza, auf der sich bereits eine Menschentraube versammelt hat. Kaum hatten wir uns nach vorne durch geschlängelt, erblickten wir eine sympathisch bunte Truppe, die gerade ihre Instrumente aufbaute. Minuten später schallten fröhlich zappelige und auch ruhig romantische italienische Chansons über den Platz. Kinder und Erwachsene begannen zu klatschen, zu pfeifen, zu tanzen. Wir konnten uns nicht trennen. Und seit vielen Jahren haben ich mal wieder eine Straßenmusiker-CD als Erinnerung mitgenommen. Erst als der Hunger zu groß wurde, gingen wir auf die Suche nach einem Restaurant.

Aber natürlich haben wir vor diesem wunderbaren Erlebnis auch die Stadt besichtigt. Parken ist eine Katastrophe, aber schließlich wurden wir fündig, direkt neben der Kathedrale San Nicola, die sich im Übrigen absolut lohnt anzuschauen.  Sie verfügt über eine wunderschöne Barockfassade im spanischen Kolonialstil. Innen waren die Kinder wieder eifrig dabei, den Kreuzweg abzulaufen und, für Kirchen unangemessen laut, jubelnd die verschiedenen Geschichten wieder zu erkennen. Ansonsten lohnt es sich, die alten Palazzi auf sich wirken zu lassen und durch die bunten Gassen zu schlendern. Shoppen ist hier unergiebig, dafür gibt es jede Menge lustige Skurrilitäten.

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Porto Torres

Als wir in Porto Torres ankamen, waren wir enttäuscht. Eine herunter gekommene Kleinstadt ohne Charme. Wir hatten eine, wie im Reiseführer beschrieben, altehrwürdige kleine Hafenstadt erwartet. Der erste Eindruck war aber eher ärmlich und ziemlich dreckig. Auf den Gehsteigen lag Müll, inklusive einer toten Taube und ich, die ich in der Hinsicht sehr locker bin, begann, panisch den Kindern jegliches Anfassen zu verbieten. Aber, wie bei allem, war auch dies eine Lehre. An den Fassaden und Häusern konnte man ablesen, wie arm die Region war und eben teilweise immer noch ist.

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Am Ende gab es auch hier kleine Brunnen, lustige Läden und interessante Menschen zu entdecken. Besichtigt haben wir die Basilika San Gavino, den größten romanischen Kirchenbau Sardiniens und wahrscheinlich der Ausgangspunkt für den mittelalterlichen Kult des Heiligen Gabinus. Ein wunderschöner sakraler Bau mit der Besonderheit zweier Apsiden. Das Innere basiert auf einem rechteckigen Grundriss, und ist in drei Kirchenschiffe, einem großen und zwei kleinen eingeteilt.  Hier kann man verweilen, inne halten und in ihrem Schatten auf dem schönen Vorplatz ausruhen. Oder von den steinernen Bänken springen…

Abends, wenn die sonne tiefer steht und die Schatten den Staub bedecken, verändert sich eine jede Stadt. Die kühlere Luft lockt  die Menschen auf die Straße und mir nichts dir nichts fanden wir uns mit vielen anderen Kindern und Familien auf der Piazza wieder. Pizza essend und Stimmung genießend. Tag zu ende, alles gut.

 

Isola Rossa

20 Minuten von unserer Anlage entfernt lag Isola Rossa, eine Insel selbigen Namens und ein hübscher, aber touristischer kleiner Küstenort. Die rosa Felsen rahmen die Bucht ein und geben ihr ein Badewannen-Feeling. Hier können die kleinen Kinder perfekt allein ins Wasser. Absolut flaches, wellenarmes, helles Wasser und feiner Sandstrand.

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Hier gibt es die typische italienische Strandkultur, die auch in der Nachsaison noch voll vorhanden ist. Sonnenschirme mit Liegen und ein Restaurant mit großer Eisstation. Aber auch ein Bereich für die „Freilieger“ mit der deutschen Strandmuschel. Hier haben wir uns ne Liege gegönnt und verklärt den Kindern beim Planschen zugeschaut.

Hier geht die Sonne voll und mit Glanz und Gloria über den Segelbooten unter und taucht die Welt in gleißendes goldenes Licht. Total kitschig und wunderschön. So schön, dass wir mehrmals wieder kamen. Kaum ist die Sonne verschwunden, bieten unzählige Restaurants unterschiedlicher Qualität ein schönes Abendessen. Dieses kleine Örtchen hatte es uns definitiv angetan. Zu touristisch um darin zu wohnen (für unseren Geschmack!), aber auf jeden Fall perfekt für einen Besuch.

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Tempio Pausania & Aggius

Das Highlight haben wir uns für den Schluss aufgehoben: eine Fahrt ins Landesinnere. Die Granitstadt Tempio im Herzen der Gallura. Sie liegt auf einem Hochplateau zu Füßen des Monte Limbara und ist umgeben von Korkeichen und wunderbarer Natur.

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Durch eben jene fährt man auch zur wohl bekanntesten Nuraghe Majori der Insel, versteckt in einem dichten Korkeichenhain. Wunderschön gelegen, muss man von einem kleinen Parkplatz aus erst einmal den Hain durchlaufen, in dem es auch schon allerlei zu entdecken gibt. Zu allererst natürlich die roten Stämme der bereits abgeernteten Korkeichen – ein faszinierendes Farbenspiel in der südländisch grün-braunen Natur. Immer wieder erstaunlich, was die Natur den Menschen an Schätzen zu bieten hat. Die Nuraghe selbst ist unbedingt sehenswert. Kann man an ihr doch noch die Funktion und den Aufbau dieser erstaunlichen Gebäude erkennen. Mit kleinen Kindern empfiehlt es sich, den Bau an der Hand zu erkunden. Gitter sind hier nicht angebracht.

„Das sympathische Städtchen Tempio entfaltet seinen Charme vor allem im historischen Ortskern mit den unverputzten Granithäusern. Das Herz der Stadt schlägt in den Gassen und rund um die großen Plätze der Innenstadt.“ Ein wunderschönes Örtchen zum Flanieren und Bummeln, in Kirchen hinein spähen und Wutanfälle beim Eis essen bekommen. Der Tag war durchwachsen, die Stadt wirklich sehr sehenswert.

Besonderes Augenmerk sollte man auch auf den Kurpark mit seiner eigenen Quelle legen. Im Hochsommer flaniert hier Abends das italienische Volk und es soll richtig was los sein. Bei Nieselwetter flüchteten wir uns hier im Park in eine Spielhalle, in der sich die ältere Herrengemeinschft des Ortes dem Boccia-Spiel hingab. Sie waren entzückt von unseren Kindern, wir waren fasziniert von diesen charakteristischen Menschen.

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Zwischen den uralten Granitmauern habe ich mich wohl gefühlt. Ein Ort voller Geschichte und doch ganz licht und erhöht, mit viel Charme und Tradition.

Wenn die Kraft noch reicht, lohnt ich auf dem Heimweg ein Abstecher in den kleinen Ort Aggius. „Das nur wenige Kilometer nördlich von Tempio gelegene charmante Bergdorf bietet eine hübsche Altstadt mit schmucken Häusern und Gassen, idyllische Ruheplätze und traumhafte Aussichten. Entlang der Gassen des pittoresken Dorfzentrums kann man blumengeschmückte Häuser und hübsche Gebäude mit Granitsteinfassaden bewundern.“ Wir haben begeistert das Ethnografische Museum besucht, in dem man Exponate der sardischen Kultur (-geschichte) bewundern kann. Besonders die großen Webstühle, an denen gerade gearbeitet wurde, hatten es den Kindern angetan.

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Ich will nichts schön reden. So ein Sommer Urlaub mit kleinem Baby kann ganz schön mühsam sein. Einer von uns war immer mir ihm beschäftigt. Pärchenzeit war komplett nicht vorhanden. Und auch die beiden Großen hatten einen schwierigen Start. Keine rosa rote Brille wenn ich auf diesen Urlaub schaue. Aber es war eine unvergessliche Familienzeit. Die ersten Gesellschaftsspiele auf der abendlichen Terrasse, eingerahmt vom Gezirpe der Grillen und dem penetranten Geruch der Zitronella Kerzen gegen Mücken. Unmögliche Unmengen an Wassermelone bis sich der Bauch selber anfühlt wie eine Melone. Zu viel Pizza auf der Piazza, weil wir einfach nicht nachhause wollen und dafür lieber der Band lauschen, die da vorne spielt. Nackte Füße auf heißen Straßen, nasse Haare auf sommersprossiger Haut, Eisschnuten in der Mittagshitze. Das Gefühl von Schwerelosigkeit, Erziehungspause, erzwungen glücklichem Nichtstun. Für uns sind diese Familienurlaube der beste Balsam, die engste Bindung, die endloseste Erinnerung. Deshalb machen wir sie so. So intensiv ganz allein unter uns. Denn wir zehren lange davon.

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Sardinien hat uns abgeholt, begeistert und geheilt. Wir wollen gerne wieder kommen. Ein paar Sachen anders machen. Aber auch ganz vieles gleich.

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Solltet Ihr in die Gegend fahren, berichtet doch mal, wie es Euch persönlich gefallen hat.

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3 Kommentare zu „Sardinien mit Kindern | Strände, Ausflüge und mehr für den wilden Westen

  1. Hallo Sophia, ein toller Urlaubsbericht. Sardinien ist ein tolles Urlaubsziel, wir waren vorletztes Jahr im Süden der Insel zu unserer Flitterwoche, wo auch klar war, dass Maren mit Hugo schwanger ist. Von daher haben wir nur die besten Erinnerung. Die Strände & das Wasser sind wirklich traumhaft. & ja, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, muss man mehr Zeit einplanen, ganz wie Du es beschrieben hast.

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