Oh Sommer… | Eine Liebeserklärung

Sommer, mein Freund! Komm an meine Brust! Ich möchte Dir Danke sagen. Du hast Dich dieses Jahr zusammen genommen und endlich mal wieder alles gegeben. „Ein Sommer wie er früher einmal war!“ Du warst wie er im Buche steht: ein warmer, schier endloser unbeschwerter Sommer.

Du warst eine Sinnesexplosion!

Ich konnte Dich sehen. In den schwarzen Füßen meiner Kinder. In ihren von der Sonne geküssten Gesichtern, auf denen sich unzählige Sommersprossen niedergelassen haben. In den fröhlichen Gesichtern auf der Straße, die nicht genug davon bekommen konnten mit Dir ins Bett zu gehen und aufzuwachen. Ich habe Dich gesehen in meinem langen Geduldsfaden und meiner Tatkraft. Ich konnte Dich sehen in meiner Lieblingsfarbe blau – den ganzen Tag – ob am Himmel oder im Kornfeld.

Ich konnte Dich riechen. In den Haaren meiner Kinder – strähnig von Sonnencreme, Schweiß und Vanilleeis. In den riesigen Hortensien in unserer Straße, denen man ansah, dass sie sich fragten wie lange sie das durchhalten sollten. In der Obstabteilung im Supermarkt, die nie kühl genug war, um Dir stand zu halten. Ich konnte Dich riechen, wenn ich morgens alleine in der Küche die Tür aufmachte und Du leicht und leise Einzug hieltest in unseren Tag.

Ich konnte Dich hören. In dem fröhlichen Vogelchor, der noch vor Sonnenaufgang an meine müden Ohren drang. In dem Juchzen meiner Kinder, wenn ich ihnen zwei Kugeln Eis erlaubte. In ihrem Staunen über all die Pflanzen, die sie selber gezogen haben und nun bewundern konnten. Ich konnte Dich hören in meiner Gelassenheit, wenn wieder einmal alles drüber und drunter ging und ich vor lauter Chaos nur noch lachen konnte. Ich konnte Dich hören in der Leichtigkeit meiner Stimme.

Ich konnte Dich fühlen. In der schwitzig-wohligen Umarmung meines Kindes nach einem endlosen Nachmittag im Planschbecken. In dem leicht glitschigen Baby, das nackt auf meiner Brust schlief. Ich fühlte Dich im Blick meines Mannes, den er mir zuwirft, wenn ich frei und froh bin. Ich konnte Dich fühlen in der Unbeschwertheit eines Tages ohne Verpflichtungen, aber dafür ganz viel Zeit für sich und die liebsten Menschen. In der Dankbarkeit der Kinder für ein „Na gut, Du darfst noch ein bisschen aufbleiben.“

Ich konnte Dich schmecken. In der eiskalten Rhabarber Schorle, die ich nur im Sommer wirklich mag. In den unendlich vielen Melonen- und Erdbeerstücken, in den selbst gepflückten Himbeeren und Johannisbeeren. Und ich konnte Dich schmecken in den Küssen meiner Kinder, die mir Reste kindlicher Traumtage daließen.

Mach’s gut und Danke für viele zauberhafte Erinnerungen! Und wehe Du kommst nächstes Jahr nicht zurück… 💙

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