Weihnachtsreflexion | Was das heilige Fest mit uns macht

Das große Fressen. Die großen Erwartungen. Die große Freude. Die große Enttäuschung. Die große Geschenkeschlacht. Die große Familie. All das ist und kann Weihnachten sein.

Und egal wie intensiv wir dieses Fest erleben, ob positiv oder negativ, ist es doch jedes Jahr wieder der Höhepunkt. Schon im Oktober beginnt der kommerzielle Wahnsinn in den Geschäften und man fühlt sich gezwungen, sich so früh wie möglich weihnachtlich zu fühlen. Es gibt kein Entkommen. Manchmal schafft man es, sich etwas frei zu machen. Doch spätestens im November geht es dann richtig los. Ich versuche mich bis zum Totensonntag zu beherrschen. Vorher gibt es bei uns eigentlich keinen Advent. Denn November gehört noch St. Martin, bunten Blättern und Matschhosen-Action Park. Manchmal schmücke ich zwischen Totensonntag und erstem Advent schon ein klein wenig die Wohnung. Doch der große Zauber beginnt erst mit der ersten Kerze. Man mag es streng finden. Doch Advent ist in christlicher Tradition die Ankunft Jesu Christi und die beginnt nun mal am ersten Advent. In diesem Jahr haben meine Kinder bereits im November – bedingt durch die willkommenen und geliebten Besuche der Großeltern – so viel gebastelt, gebacken und geschmückt, dass sie im Advent schon völlig übersättigt waren. Das werde ich im kommenden Jahr anders handhaben.

Jedes Jahr wieder sage ich zu meinem Mann: „Die dunkele Zeit geht bis zum Jahreswechsel ja eigentlich gut rum. Mit Weihnachten uns so…“ Die Weihnachtszeit als Highlight des Jahres, die prognostizierte Besinnlichkeit, der romantische Kerzenschein, die bedingungslose Harmonie. Obwohl ich mich diesen Illusionen inzwischen nicht mehr hinzugeben versuche, bleibt doch jedes Jahr die Erwartung, dass es dieses Mal so wird wie auf all den Bildern in den Schaufenstern und im Internet. Selbstverständlich tritt das nie ein und das braucht es auch nicht. Ich selbst bin es, die die Erwartungen an mich und meine Familie so hoch schraubt, dass sie nicht zu erfüllen sind. Was wir gezeigt bekommen ist eine Illusion und das Streben danach, ihr gerecht zu werden, lässt einen nur gefrustet zurück. Denn gerade mit kleinen Kindern ist auch die Adventszeit Winterzeit, mit vielen Erkältungen, Krankheiten und Schlechtwettertagen, an denen man müde in der Bude hockt. Und auch in der Weihnachtszeit muss der Mann Überstunden machen. Und auch in der Weihnachtszeit gibt es Befindlichkeiten, die gelöst werden müssen. Dazu kommt der Geschenkedruck, dem nachgegeben werden muss (?). Versteht mich nicht falsch: wir hatten ganz wunderbare Momente in dieser Weihnachtszeit, wir haben gelacht und waren gemeinsam aufgeregt. Natürlich ist nie alles nur schwarz oder weiß. Vor allem Weihnachten selbst war extrem harmonisch und sehr sehr zauberhaft!

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Doch was tun, gegen die eigenen Erwartungen und die der Anderen? Wie sich abgrenzen?

Ich bewundere Menschen, die es schaffen, Weihnachten ganz bescheiden zu halten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch wenn ich es nicht von einem Jahr auf das andere umsetzen kann, so nehme ich mir doch vor, nach und nach entsprechend zu gestalten. Denn ab nächstem Jahr gibt es nur noch Weihnachten bei uns zuhause. Unsere Traditionen, unsere Planung, unsere Gestaltung. Dazu gehört…

  • Weniger Bastel-, Back- und Schmück-Planung für die Adventszeit, mehr auf sich zukommen lassen.
  • Weniger Events wie Weihnachtsmärchen, Verabredungen zum erneuten Backen, Einladungen etc. Und wenn, dann spontan.
  • Weniger Erwartungen an Harmonie, mehr Einvernehmen mit dem ganz normalen Alltag. Gelassenheit, wenn eben doch alle krank und schlecht gelaunt sind.
  • Weniger Geschenke, auch schon zu Nikolaus und in den Adventskalendern
  • Mehr Zeit für Advents- und Weihnachtsbücher lesen mit den Kindern. Mehr kuscheln in unserer Winterecke. Weniger Erwartungen an ein aufgeräumtes Haus.
  • Mehr in mich gehen und die wenige freie Zeit nutzen um Besinnlichkeit zu erreichen. Eine Kerze anzünden. Musik anmachen. Sich nicht hetzen lassen.

Es fällt mir so schwer, habe ich Weihnachten aus meiner Kindheit doch mit unendlich viel Zauber und Liebe in Erinnerung. Dieses Weihnachtswunder, das ich jedes Jahr – dank meiner Mutter – wieder erleben durfte, möchte ich an meine Kinder weitergeben. Den Aufbau der Spannung bis heilig Abend. Und auch die Gemütlichkeit der Tage danach. Damit mache ich mir selber so viel Druck, dass der Zwang die Oberhand gewinnt. So geht das einfach nicht, Sophia. Im nächsten Jahr also ein neuer Versuch. Mehr Konzentration auf das Wesentliche. Mehr Gelassenheit mit den Gegebenheiten umzugehen. Mehr Fokus auf das echte weihnachtliche Geschehen.

Wie ist es bei Euch so gewesen? Wie erlebt Ihr Weihnachten mit kleinen Kindern? Schafft Ihr eine Zeit der Harmonie oder was würdet Ihr anders machen?

Alles Liebe,

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