Laterne, Laterne… | St. Martins Licht nach Waldorf Art

St. Martin steht vor der Tür und mit diesem wunderbaren Fest auch die vielen Laternenumzüge von Stadt und Kita. Wie gerne erinnere ich mich an das Laternlaufen in meiner Kindheit durch die halbdunklen Hamburger Straßen und die Waffeln danach, die meine Mutter gebacken hat. Nicht nur die Geschichte von St. Martin ist für Kinder einprägsam und spannend, sondern auch die dunkle Jahreszeit Oktober / November bekommt durch die bunten Laternen ein weiteres Highlight. Jedes Jahr wieder drehen sich die Gedanken im Herbstanfang um das Laterne-Basteln. Und jedes Jahr ist die Frage, welche Variante wählt man – passend zum Alter des Kindes, damit am Ende nicht nur die Mutter bastelt, sondern vor allem die Kinder Spaß haben.

Mein altes Waldorf-Herz wollte sich endlich mal wieder betätigen und so haben wir für die zwei- und vierjährigen Kinder diese schöne Bastelei gewählt, die wirklich einfach ist und allen Beteiligten Spaß macht. Das Licht, das diese Laterne verströmt ist warm und echt. Es lohnt sich und ist wirklich schnell gemacht!

Das braucht Ihr:

  • Aquarellpapier in A3
  • Tuschkasten (normale Wasserfarben), Pinsel
  • Klebe, Schere
  • Babyöl

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Und so gehts:

Das Papier reichlich mit Wasser tränken. Es kann einiges aufnehmen, sollte aber natürlich nicht zerfallen. Dem Kind vor allem herbstliche helle Farben geben, wie gelb, orange und rot. Nicht, weil nicht andere Farben auch passen, sondern weil diese Kombination die schönsten Lichteffekte hat. Farben wie blau und grün oder braun erscheinen im Dunkeln hinterher wie schwarze Flecken und machen nicht viel Spaß.  Das Kind kann nun mit Schwung und Freude das Papier bemalen. Die Farben laufen spannend ineinander und bilden erstaunliche Formen und Farbkombinationen. Das macht auch schon kleinen Kindern so richtig Freude zu sehen.  Ich würde auf jeden Fall mindestens zwei Bilder malen lassen, damit man eines in Reserve hat und am Ende vielleicht auch eine Auswahl. Die nicht verwendeten sind dann trotzdem Meisterwerke, die aufgehängt oder verschenkt werden können.

Nun muss das Bild eine ganze Weile gut durchtrocknen.

Der zweite Schritt ist eher Elternsache. Das Papier muss nun ausgemessen, zugeschnitten, geknickt und geklebt werden. Dazu auf der Rückseite des Bildes mit Bleistift folgende Abmessungen vornehmen. Am oberen langen Rand untereinander jeweils 1 cm abmessen. Der Rand der Laterne wird nachher drei mal umgeknickt, damit er möglichst stabil ist. Am linken Seitenrand 1,5cm abmessen für den Kleberand. Das übrig gebliebene Viereck in vier gleich große längliche Teile abmessen und am unteren Rand 6,5cm abmessen. Dies wird der Boden. Die Ecke von Kleberand und Boden wegschneiden (gestrichelte) und die vier Bodenteile bis zur Markierung einschneiden (unterbrochene Linien). In diesem Bild seht Ihr, wie es ungefähr aussehen muss. Alle Linien vorknicken.

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Dann wird zuerst der obere Rand drei mal umgelegt und nach jedem Knick zusammen geklebt. Die vier Längsseiten Knicken und die viereckige Laterne mit dem Kleberand zusammenfügen. Dabei die Laterne auf den Tisch legen, so dass sich die Klebestelle gut festdrücken und korrigieren lässt. Jetzt reihum die Bodenteile einknicken und festkleben. Während des Trocknens immer wieder festdrücken. Nun hat die Laterne schon ihre fertige Form.

Das schöne an den Waldorf-Laterne ist aber ihr durchscheinender Charakter. Diesen erreicht man, in dem man die Laterne mit Öl einstreicht. Da Speiseöl schnell ranzig riechen kann, wird Babyöl empfohlen. Das hat in mir viele Erinnerungen an die Babyzeit mit meinen Kindern geweckt und die ganze Küche roch danach. Beim einölen können die Kinder wieder mitmachen. Auf den Fotos seht ihr, dass ich zuerst geölt und dann geklebt habe. Ich würde aber die andere Reihenfolge empfehlen, da die Finger dann beim Kleben nicht so ölig werden. Das Babyöl sollte mit einem breiten weichen Pinsel großzügig aufgetragen werden. Nicht wundern, dass anfänglich dunkle Flecken entstehen. Ist die ganze Laterne einmal eingeölt, sieht sie völlig gleichmäßig aus. Das Papier sollte reichlich geölt werden. Es ist erstaunlich, wie viel es aufnehmen kann. Dann muss die Laterne erst einmal ein bis zwei Tage auf Zeitungspapier oder Ähnlichem trocknen.

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Damit man sie nun stolz zum Umzug tragen kann, müssen noch Aufhängung, Stock und Kerzenhalter befestigt werden. Zwei kleine Löcher in den dickeren Rand oben bohren und die Aufhängung anbringen. Ich nehme für die kleinen Kinder nicht die Halterung für die normalen Kerzen, sondern jene für Teelichter. Die sind etwas stabiler und gehen nicht so schnell aus. Vor allem wenn die Kerzen vor Fröhlichkeit heftig hin und her geschwenkt werden… 🙂

Übrigens: Meine Kinder haben echte Kerzen in ihren Laternen und ich bin ein großer Verfechter davon. Ich bin mir sicher, dass auch schon Zweijährige verstehen können, dass man mit Feuer vorsichtig umgehen muss. Das Licht einer echten Kerze ist einfach unvergleichlich! Und wir haben immer eine zweite Laterne in petto, falls doch mal ein Drama passiert. 🙂

Ich wünsche Euch eine nicht zu graue Herbstzeit und einen tollen Laternenumzug!

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Alles Liebe,

Unterschrift

4 Kommentare zu „Laterne, Laterne… | St. Martins Licht nach Waldorf Art

    1. Hallo Kristina, danke für das Kompliment und viel Spaß beim Nachbasteln nächstes Jahr.
      Und man kann ja eigentlich noch Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs sagen. Wie schön! Eine spannende Zeit….
      Liebe Grüße!

      Gefällt mir

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