Das Familientreffen – Plädoyer für mehr Großfamilie

Pack schlägt sich – Pack verträgt sich. So könnte man wohl die Großfamilie beschreiben. Immer gibt es irgendwelche Befindlichkeiten, aber am Ende ist es eben doch Familie und man rauft sich zusammen.

Gerade kommen wir von einem Familientreffen und ich bin so froh und meiner Mutter dankbar, dass sie alle zusammen getrommelt hat. Anlass war der 90. Geburtstag meiner Großmutter, die als Familienoberhaupt über allem trohnte. Vor 19 Jahren hatten sich diese Cousins und Cousinen aller Generationen das letzte mal versammelt – damals anlässlich des 100. Geburtstags meiner Ur-Ur-Großmutter. Und fast alle waren gekommen, aus der ganzen Republik. Damals waren wir noch Teenies, heute brachten wir schon unsere eigenen Kinder mit. Der heimlich angeschmachtete Cousin von damals hatte seine Dreadlocks gegen eine sympathische gut aussehende Frau eingetauscht. Der eine Onkel kam mit einer ganz neuen Frau, der andere mit seiner ersten und gleich sieben entzückenden Kindern. Ein buntes Treiben von groß und klein. Sofort merkte man die alten Befindlichkeiten und doch war alles anders. Denn mit jedem Generationswechsel scheinen sich die Gemüter zu beruhigen, die alten Querelen verblassen etwas. Immer wieder schaut die Dankbarkeit vorbei, dass doch alle den Weg auf sich genommen haben und einem wieder vor Augen geführt wird, wie schön es ist, so eine große Familie zu haben.

Natürlich könnte man sagen: „Was nützt es mir, mich mit diesen Leuten zu treffen? Ich habe genug Freunde, die mehr von meinem Leben wissen.“ Und dennoch: ich glaube fest daran, dass zwischen Verwandten ein Band besteht, dem ein wenig Magie innewohnt. Eine natürliche Verbundenheit, die nur Familie ausmachen kann. Natürlich versteht man sich nicht mit allen und sie „nützen“ einem auch nicht alle. Aber meistens werden auf solchen Festen doch die alten Geschichten ausgepackt – Geschichten, die immer wieder neu erzählt werden und neue Geschichten, die man noch nicht kannte. Meine 90jährige Großmutter verfügt über einen schier unendlichen Schatz an Geschichten und Anekdoten. Und man kann sehen, wie die Kinder an ihren Lippen hängen. Diesen Menschen zuhören zu können sollte man ausnutzen und ein Familientreffen ist der perfekte Rahmen dafür. Unsere persönliche Geschichte und das Wissen darum machen uns aus. Familienbande eben…

Ich brauche kein Familientreffen jedes Jahr und auch keines, bei dem ich die Verwandtschaftsgrade im Geschichtsbuch nachschauen muss. Aber die Familie als Tradition empfinde ich als hohes Gut und sie zu pflegen nicht nur als Pflicht, sondern als Vergnügen. Und das möchte ich auch meinen Kindern mitgeben.

Nächstes Mal ist meine Generation dran mit Organisation und ich freu mich drauf.

Bis bald!

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