Vivere la Maremma! Castiglione della Pescaia als Reisetipp

Ich kann nicht anders! Es muss sein! Bitte mach mit! 3 Sätze, die ich Jahr für Jahr zu meinem Mann sage – flehend und bittend wieder mit mir nach Italien zu fahren. Tief in mir verwurzelt liegt die Liebe zu diesem wunderbaren Land, das nur so strotzt vor Kultur und Lebensfreude. Meine Eltern legten den Grundstein für diese Zuneigung als sie mit uns kleinen Kindern begannen, die Städte, Dörfer, Kirchen, Palazzi zu erobern – je nach Alter natürlich mit mehr oder weniger Begeisterung. Dennoch bin ich überzeugt, dass man seinen Kindern das Interesse und das Wissen um Kulturgüter schon im Kindesalter mitgibt.

 


Wir fuhren mehrfach in die Süd-Toskana, nach Castiglione della Pescaia und Umgebung. Meine Mutter spricht noch heute von einem Sehnsuchtsort, an dem wir so unbeschwerte Ferien genossen haben. Die Maremma ist eine flache Landschaft, die nicht auf großen Hoteltourismus baut, sondern spezialisiert ist auf „sanften“ Tourismus und Agrotourismus. Auch wir hatten dieses Jahr unsere Ferienwohnung in einem alten Gutshaus nahe des Ortes Grilli, etwa 20 Minuten im Hinterland von Castiglione. Man erreichte das Anwesen nur über eine private Schotterpiste, die meinem Mann als Jäger und unserem geländegängigen Wagen viel Freude bereitete. Auf einem kleinen Hügel gelegen, genossen wir den Blick über die wunderbare toskanische Landschaft. Ein steter sanfter Wind brachte uns die perfekte Wohlfühl-Temperatur. Pool und eigene Terrasse ohne Begegnung mit anderen Gästen gaben uns das Gefühl der puren Entspannung. Die Kinder und ich konnten dort ungehindert und frei unserer Leidenschaft des Sammelns frönen und in Ruhe die vielen südländischen Tiere beobachten, die man bei uns nur selten sieht. Mehr Informationen zu Podere Follona gibt es hier.

 

Castiglione della Pescaia ist ein beliebter Badeort und bietet einen wunderbar romantischen Anblick mit seiner Altstadt, die sich den Hügel hinauf bis zu einem alten Castello zieht. Zu besichtigen gibt es nicht viel, aber Abends füllen sich die Gassen mit Einheimischen und Touristen und man genießt das pralle italienische Leben.

 

Vor allem am Wochenende fühlt man sich am Strand wie in einer Sardinen-Dose. Unter der Woche sind wir allerdings immer am späten Nachmittag gekommen und hatten viel Platz und unsere Ruhe. Wir fahren gerne zum Pinienwald im Süden des Ortes, in dem es – gleich nach den letzten Häusern – einen offiziellen Parkplatz gibt. Man läuft von dort über einen typischen kleinen Trampelpfad durch die Dünen zum Meer. Die meisten Italiener verlassen spätestens gegen 17:00 Uhr den Strand. Wir hatten Abendbrot mit und Abends den Strand und das Meer für uns allein.

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Im Italien-Urlaub stellen wir den Rhythmus der Kinder zu Gunsten des kühlen Abends um. Morgens möglichst lange schlafen und den Pool genießen, mittags zwischen 12:30 und 15:30 möglichst Siesta im Haus (schlafend oder ruhend) und dann am Nachmittag wieder auf Achse. Fuhren wir nicht an den Strand, waren die Kinder immer wieder für Ausflüge in die Umgebung zu haben. Und so klapperten wir all die kleinen und größeren Örtchen rund um Castiglione ab. Von Kirchen können unsere Kinder gar nicht genug bekommen und nach einer Weile gab es dann auch immer ein köstliches italienisches Eis. Das ja im übrigen in keinster Weise mit deutschem Eis zu vergleichen ist…

Ich war erstaunt, wie unser jüngster (gerade 2 1/2) das ganze mitgemacht hat und treppauf treppab durch die italienischen Kulturgüter „gelatscht“ ist. Sommer macht eben gute Laune und man konnte spüren, wie auch die Kinder von unserer Entspannung und Genießer-Mentalität angesteckt wurden.

Wir haben insgesamt sieben Orte besichtigt, die alle gut an einem Nachmittag mit Kindern zu durchlaufen sind.  Die Fahrt betrug jeweils maximal 45 Minuten, meistens kürzer.

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Als Highlight möchte ich Euch Massa Marittima vorstellen. Man sagt, diese Stadt hat den schönsten Platz in der ganzen Toskana. Und wahrhaftig beeindruckt die Piazza Garibaldi mit einem einzigartigen Flair. „Nicht zu groß und überladen, sondern unregelmäßig, verwinkelt und leicht abschüssig, und wie sein asymmetrisch zu ihm stehender Dom mit der breit geschwungenen Freitreppe klar, streng, harmonisch und überschaubar,“ so steht es im Reise-Knowhow. Meine Mutter erzählte, wie wir früher oft abends nach Massa Marittima gekommen sind um einfach auf diesem Platz eine Pizza zu essen oder mit einem dicken Eis durch die Gässchen zu flanieren. Sehenswürdig sind in jedem Fall der Duomo San Cerbone, ein „Musterbeispiel für Dominanz und Zurückhaltung, Auftrumpfen und Pietät zugleich.“ Neben zahlreichen Palazzi sollte man definitiv einfach durch die kleinen Gässchen der Unterstadt spazieren und genießen. Über eine steile Treppe gelangt man in die Oberstadt, die auch einiges an Kirchen, Türmen und einen schönen alten Kreuzgang für den geneigten Besucher bereithält. Wir sind insgesamt 2, 5 Stunden durch die Stadt gelaufen, was perfekt war mit den Kindern.

 

Zum Abschluss haben wir uns eine köstliche Pizza auf der genannten Piazza mit Blick auf den Dom gegönnt. Die Kinder genossen es in der kühlen Abendstimmung herum zu rennen und fanden bald Anschluss bei den italienischen Bambini, die Ball oder Verstecken spielend sie einluden mitzumachen.

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Übrigens: Für alle Weinliebhaber ist die Gegend natürlich auch ein Muss. Vor 20 Jahren gab es natürlich noch viel mehr Geheimtipps, aber auch mehr kommerzialisiert macht das Einkaufen direkt im Weingut extrem viel Spaß! Empfehlen können wir hier Tenuta Fertuna. Wie mein Vater früher haben wir die Flaschen überall zwischen die Gepäckstücke gequetscht, um zuhause noch möglichst lange den Geschmack der Toskana genießen zu können.

 

Ein Manko hat der Urlaub natürlich für uns Hamburger: die weite Fahrt. Wir konnten zum Glück durch genug Urlaub auf jeder Fahrt zwei Stopps mit den Kleinkindern machen. Wenn man zwei volle Wochen vor Ort haben möchte – was ich nur empfehlen kann – braucht man mindestens 2,5 Wochen Urlaub.

Dennoch möchte ich allen Mut machen, die Reise auf sich zu nehmen – auch mit Kindern. Die Toskana und speziell die Maremma hält so viel Sehenswertes bereit und die Unbeschwertheit, die der italienische Sommer mit sich bringt hält unheimlich lange vor.

Ich komme definitiv wieder – und wieder – und wieder! <3

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2 Kommentare zu „Vivere la Maremma! Castiglione della Pescaia als Reisetipp

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